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01. Februar 2025

Zum 125. Geburtstag von Lenore König Zum 125. Geburtstag von Lenore König

Tochter des Bonner Mathematikers Felix Hausdorff und Überlebende des Holocaust

Lenore Hausdorff-König
Lenore Hausdorff-König - NL Hausdorff-König 161 : 3 - Lenore König, 1924 © ULB Bonn
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Lenore König, die am 01.02.1900 in Leipzig geboren wurde, war  das einzige Kind des bedeutenden Mathematikers Felix Hausdorff (1868-1942) und seiner Frau Charlotte (1873-1942). 1910 zog sie mit ihren Eltern zum ersten Mal nach Bonn um, nachdem ihr Vater als außerordentlicher Professor an die dortige Universität berufen worden war. Drei Jahre später folgte er einem Ruf als ordentlicher Professor nach Greifswald.

Nach ihrem Schulabschluss 1916 ließ sich Lenore zur Kranken- und Säuglingspflegerin ausbilden. 1921 ging die Familie zurück nach Bonn, wo Felix Hausdorff einen Lehrstuhl erhalten hatte. Hier lernte Lenore den promovierten Astronomen Arthur König kennen. Die beiden heirateten 1925; zwei Jahre später wurde ihr Sohn Felix geboren.
1929 ließ sich die junge Familie in Jena nieder, wo Arthur König (1896-1969) bei der Firma Zeiss die Leitung der Astronomie-Abteilung übernahm. Dort kam 1932 ihr zweiter Sohn Hermann zur Welt.

Unter dem NS-Staat (1933 bis 1945) veränderte sich das Leben von Lenore König und ihrer Familie dramatisch. Als Jüdin war sie in den ersten Jahren noch durch ihren nichtjüdischen Mann geschützt. Dann, Anfang Januar 1939, erhielt sie ihre Kennkarte als „Jüdin“; ihr Sohn Felix wurde 1943 als „Mischling Ersten Grades“ vom Gymnasium verwiesen, ab Oktober 1944 mussten er sowie sein Vater Zwangsarbeit im Lager Halle/Weißenfels leisten. Für Lenore König wurde die Situation lebensbedrohlich, als sie im Januar 1945 eine Vorladung von der Gestapo erhielt. Unter einem falschen Namen fand sie Schutz bei der Pastorenfamilie Wachinger in Schwiegershausen und konnte so der Deportation entgehen. Auch ihr Sohn Hermann, der eine geistige Beeinträchtigung hatte, entkam dem nationalsozialistischen Euthanasieprogramm. Um nicht deportiert zu werden, hatten ihre Eltern, Felix und Charlotte Hausdorff, dagegen bereits einen anderen Weg gewählt: Gemeinsam mit Edith Pappenheim, Schwester von Charlotte Hausdorff, schieden sie durch eigene Hand am 26. Januar 1942 in ihrem Bonner Haus aus dem Leben.

Zwischen 1949 und 1970 lebte Lenore König mit ihrem Mann in Heidelberg und Neckargmünd. Nach seinem Tod ließ sie sich in Bonn nieder, wo sie am 8. September 1991 starb.

Lenore Königs Nachlass wird, ebenso wie der Nachlass ihres Vaters, Felix Hausdorff1, in der ULB Bonn aufbewahrt. Die einzelnen Dokumente Ihres Nachlasses sind durch ein Verzeichnis2 erschlossen.

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